Eltern-Taxi als Risikofaktor an Schulen im Kreis Groß-Gerau

Frau Susanne Wildmeister, vom VRM (Verlagshaus Rhein-Main) hat einen ausführlichen Artikel zum "Elterntaxi" im Kreis Groß-Gerau verfasst. "Seit Jahren schlagen Schulleiter im Kreis Groß-Gerau Alarm, weil der Hol- und Bringverkehr ausufert. Auch neue Konzepte konnten das Problem bislang nicht lösen."

Der Presseartikel ist unter Einbindung der Kreisverkehrswacht Groß-Gerau e.V. entstanden und kann an folgender Stelle nachgelesen werden

https://www.echo-online.de/lokales/kreis-gross-gerau/kreis-gross-gerau/eltern-taxis-als-risikofaktor-an-schulen-im-kreis-gross-gerau_20048702

Fachveranstaltung Elterntaxi

Pressemitteilung der Pressestelle des Kreisauschusses Groß-Gerau:
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung der Kreispressestelle.

Fachveranstaltung zur modernen Schulwegplanung:

Eltern-Taxi muss nicht sein

KREIS GROSS-GERAU  – Großen Zuspruch fand die Fachveranstaltung „Moderne Schulwegplanung: Hol- und Bringzonen und ,Verkehrszähmer‘ – wie man das Eltern-Taxi-Problem wirksam löst“ in der vergangenen Woche im Groß-Gerauer Landratsamt.  Anstoß für den Informationstag mit vielen interessanten Diskussionen war die Erkenntnis, dass immer mehr Schulkinder mit dem Auto in die Schule gefahren werden, obwohl sie dorthin laufen oder Fahrrad fahren könnten – mit negativen Auswirkungen sowohl auf die Verkehrssicherheit und die Luftreinheit als auch auf die Fähigkeiten von Kindern, sich allein zurechtzufinden, beweglich zu sein und konzentriert dem Unterricht zu folgen.

Eingeladen hatten der Kreis Groß-Gerau, die Städte Rüsselsheim und Kelsterbach, die ebenfalls Schulträger sind, Kreisverkehrswacht Groß-Gerau sowie Ortsverkehrswacht Rüsselsheim und das Staatliche Schulamt. Gekommen waren rund 80 Interessierte – aus Schulen, den Kommunen, von Polizei und Verkehrswacht.
Moderator der Veranstaltung war Bernhard König, die Gäste begrüßte der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer. Er beschrieb zu Beginn anschaulich, welches Chaos sich vor vielen Schultoren morgens abspielt und wie der Teufelskreis entsteht, dass immer mehr Eltern ihre Kinder dorthin fahren – weil der zunehmende Kfz-Verkehr den Schulweg für die Kleinen schließlich so gefährlich macht.
Referent Jens Leven aus Wuppertal, Geschäftsführer des Ingenieurbüros bueffee  und unter anderem Autor des ADAC-Leitfadens „Eltern-Taxi“, beschrieb im Lauf des Fachtags weitere Gründe für dieses Verhalten, aber auch  Lösungsansätze, wie Schulen das Problem individuell analysieren und angehen können. Dabei stellte er in den Mittelpunkt, wie sichere Schulwege aussehen müssen und welches Stolpersteine sind, die mancherorts dazu geführt haben, dass Projekte nicht funktionierten. Jens Leven beschrieb ideale Hol- und Bringzonen, die sich ein Stück weit entfernt von der Schule befinden sollten. Er zeigte auf, wie sichere Schulwege aussehen müssen, welche Bedürfnisse Kinder haben (die zum Beispiel deutlich länger als Erwachsene für die Überquerung einer Straße brauchen) und welche Ängste der Eltern auszuräumen sind.
Der Weg zur Schule müsse so gestaltet sein, dass Kinder unbegleitet unfallfrei und sorglos dort (gemeinsam mit Schulkameraden) laufen/Rad fahren können. Wenn es um die eigene Verhaltensänderung geht, seien Eltern am besten und ausschließlich über ihre Kinder zu erreichen und überzeugen, betonte der Referent. Auch die Anwohner von neu errichteten Bring- und Hol-Zonen in der Nähe von Schulen zeigten das größte Verständnis, wenn ihnen die Kinder selbst die Idee hinter der Neuerung erklärten.
Heike Mühlhans und Sylvia Wiersing von der ivm GmbH Region Frankfurt RheinMain stellten ergänzend das ivm-Programm zur Förderung des Mobilitätsmanagements an Schulen in Hessen vor. Dabei geht es um die mögliche Umsetzung von Vorschlägen, wie sie Jens Leven gemacht hatte. Offeriert werden Angebote und finanzielle Mittel für Projekte von Schulen, Schulträgern und Kommunen - zum Beispiel, um Schülerverkehrsströme zu analysieren, Schulwegepläne zu erstellen oder überarbeiten, Unterrichtsprojekte oder Projekte mit Kommunen auf die Beine zu stellen. Das Land Hessen stelle dafür pro Jahr insgesamt 400.000 Euro zur Verfügung, sagte Heike Mühlhans. Infos im Internet: http://www.besserzurschule.de/beratungsprogramm-besser-zur-schule/
ivm und Kreis Groß-Gerau (die Fachdienste Schulverwaltung sowie Regionalentwicklung  und Mobilität) wollen sich im Nachgang zur Veranstaltung nun möglichst bald über das weitere Vorgehen abstimmen, um interessieren Schulen dann ein konkretes Angebot bei der individuellen Entwicklung von Schulmobilitätskonzepten zu machen.

Elterntaxi gefährden die Sicherheit von Schulkindern

Seit Jahren steigt der Anteil der Kinder, die mit Auto zur Grundschule gebracht bzw,. abgeholt werden. Bei schlechtem Wetter sind dies heut im Schnitt über 38 % der Kinder, die angeben, regelmäßig mit dem Auto gebracht zu werden. Freie Schulwahl, zunehmende Autoverfügbarkeit, sich wandelnde Erwerbsbiografien, Zeitdruck in den Familien oder auch die Sorge der Eltern vor Verkehrsunfällen durch wachsende Verkehrsmengen, können Ursachen für zunehmende Hol- und Bringverkehre im Umfeld der Grundschulen sein.

Eltern stellen heute auch höhere Ansprüche an die Sicherheit der Schulwege. Weisen diese aus Elternsicht unzumutbare Mängel auf, so fahren sie ihre Kinder mit dem privaten PKW. (Dipl.Ing. Tanja Leven und Jens Leven).

Um Lösungsansätze für dieses komplexe Eltern-Taxi-Phänomen aufzuzeigen, führte der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung am 1.2.2017 in Mainz eine Tagung zum Thema: "Moderne Schulwegplanung: Hol- und Bringzonen und Verkehrszähmer - wie man das Eltern-Taxi-Problem wirksam löst" durch.

Vertreter der Landesverkehrswacht und der Kreisverkehrswacht Groß-Gerau nahmen an der Tagung teil und sind nun bestrebt, die bei der Tagung gewonnen Erkenntnisse in Hessen umzusetzen.

Für den 18.4.2018 ist im Georg-Büchner-Saal der Kreisverwaltung Groß-Gerau eine Tagung zu diesem Thema vorgesehen, bei der sich Schulen, Schulverwaltungen, kommunale Enscheidungsträger u.a. aus dem gesamten Kreisgebiet mit diesem Thema und vor allem der Einrichtung von Bring- und Holzonen beschäftigen werden.

Zu dem Thema können Sie hier aktuelle Informationen erhalten: http://www.t-online.de/leben/familie/schulkind-und-jugendliche/id_81913412/deshalb-schaden-elterntaxis-den-kindern.html